Archiv der Kategorie: HBIM

HIER BIN ICH MENSCH – #3 EFTIKAR

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Photo: Thomas Bönig http://www.thomasboenig.com

Man kann auch nach Leid, überstandenen Kriegswirren, lebensbedrohlicher Flucht unter abenteuerlichsten Umständen und nach unvorstellbaren Gräueln, die man dabei mit an sehen musste, wieder zu ungebrochenem Lebenswillen und Lebensfreude zurück finden.

Eftikar beweist das. Herzlich, mit einem strahlendem Lachen und überschwänglich, heißt sie uns willkommen und bittet uns in ihre neu bezogene Wohnung.

Eftikar ist 65 Jahre alt, eine imposante Erscheinung und vom Typ Oma, Matriarchin oder wie es Thomas nach dem ersten kennen lernen ausgedrückt hat: „Beruf: Familienoberhaupt“.

In ihrem bisherigen Leben hat sich auch alles um ihre Familie gedreht. Zu den eigenen vier Kindern, drei Töchter und ein Sohn, haben inzwischen Schwiegersöhne und Schwiegertöchter und bisher bereits 6 Enkelkinder den Kreis der Familie erweitert.

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HIER BIN ICH MENSCH – #2 DAGIM

Photo: Thomas Bönig www.thomasboenig.com

Photo: Thomas Bönig http://www.thomasboenig.com

Sehr zögerlich kommt Dagim zum Interview in den Garten der Asylunterkunft im Nürnberger Süden. Unsicher und ungelenk lässt er sich in den Gartenstuhl sinken und blickt immer wieder hilfesuchend zu seinem Freund. Dieser soll nicht nur übersetzen helfen, das Gespräch führen wir auf Englisch, sondern wohl vielmehr Rückhalt geben.

Zu seinem Alltagsleben in Äthiopien befragt, berichtet er, was wohl Jungs in seinem Alter auf der ganzen Welt zu erzählen haben. Nachdem er die High-School abgeschlossen hatte,  begann er ein Studium der Elektrotechnik, viel Freizeit hatte er ab da nicht mehr. Das Geld für das Studium verdiente er sich in einem Hotel, das seinem Onkel gehört, ansonsten nichts Außergewöhnliches. Lernen, arbeiten, manchmal mit den Kumpels Fußball spielen. So weit, so normal.

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HIER BIN ICH MENSCH – #1 Youmard

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Photo: Thomas Bönig

Wenn Joumard erzählt, dass seinem zweijährigen Sohn Kousai, von allen nur liebevoll Cookie genannt, in Deutschland geholfen wurde, strahlt er von einem Ohr zum anderen.

Sein offenes, manchmal spitzbübisches Lächeln hat er aber erst in Deutschland wiedergefunden. Es war ihm verloren gegangen, irgendwo zwischen den Demonstrationen, dem Krieg und der schwindenden Hoffnung, dass alles gut gehen würde – weil es bisher immer gut gegangen ist. Denn er dachte er könnte seiner Familie ein sicheres, sorgenfreies Leben in ihrer Heimat bieten.

Wenn er von den letzten Jahren in seiner Heimat erzählt, verdunkelt sich sein Blick. Seine Stimme zittert, genauso wie seine Lippen.

Anfangs waren es nur Meldungen im internationalen Fernsehen. Über den arabischen Frühling in den benachbarten Ländern Tunesien, Libyen und Ägypten. Aber in seinem Heimatland Syrien blieb zunächst alles ruhig. Er selbst, als kurdischstämmiger Syrer, war eigentlich noch nie irgendwo zu 100% beheimatet. Die Regierungen aller Länder dieser Region ließen die Kurden schon immer spüren, dass sie nicht wirklich dazu gehören, kein Zuhause haben.

Vom arabischen Frühling jedoch erhoffte sich jeder, egal welcher Abstammung oder Herkunft, eine Verbesserung der Lage in den arabischen Ländern. In Syrien war man sich jedoch sicher dass es niemals so weit kommen würde. Revolution? So wie in Tunesien? Unter Assad undenkbar. Er regierte das Land seit jeher mit eiserner Faust und würde Demonstrationen sofort von Militär und Geheimpolizei unterbinden lassen. Dennoch war der Drang nach Freiheit, Sicherheit und Demokratie größer als die Angst vor Repressalien – und das Volk ging auf die Straße, dem Vorbild der Nachbarländer folgend. Zunächst in Dear, dann in Joumards Heimatstadt Duma und später sogar in Damaskus. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich, schließlich setzte man sich für ja für Dinge wie Frieden, Freiheit und Demokratie ein – und gegen Gewalt, Willkür und Korruption. Vor allem aber auch für Sicherheit und gegen gewalttätige Übergriffe durch Polizei und Geheimdienste. Natürlich reagierte die Staatsmacht erstmal genau damit – willkürliche Festnahmen und Folter. Selbst Kinder und Jugendliche waren davor nicht gefeit. Weiterlesen

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wer bin ich, was mache ich- und wieviele Pinguine hätten Sie denn gerne? Ein kleiner Einblick in das tiefste Fühlen über die Möglichkeiten des Unmöglichen.

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